Meine 1. und 2. Schwangerschaft im Vergleich / Same, same but different

bumping

Nun bin ich fast am Ende meiner Schwangerschaft mit Babyboy Nr. 2 und habe diese nochmal in meinem Kopf Revue passieren lassen. Die Erfahrung war eine andere als bei meiner ersten, aber trotzdem gab es auch viele Gemeinsamkeiten. Wahrscheinlich ist jede Schwangerschaft, genau wie jede Geburt total unterschiedlich, aber ich glaube die größten Differenzen bei mir sind durch äußere Faktoren bestimmt. Denn rein physisch war die Schwangerschaft mit Lino doch sehr ähnlich zu meiner jetzigen.

Daher habe ich mir selbst mal die – meiner Meinung nach – interessantesten Fragen zur 1. (SS1) und 2. Schwangerschaft (SS2) gestellt:

War die Schwangerschaft geplant?

SS1: Ja :). Irgendwann gab es einen Punkt, wo Cedric und ich beide fanden: warum noch länger warten? Ich habe zwar immer das Gefühl gehabt, dass mich eine Schwangerschaft bzw. ein Kind in meiner „Karriere“ bremsen würde, aber dann habe ich mir auch gedacht, dass mein Job nicht den Rest meines Lebens bestimmen sollte. Und glücklicherweise hat sich diese Sorge, die ich hatte, nicht bewahrheitet. Denn man spürt tatsächlich, dass es ein Umdenken bzgl. Förderung von Frauen mit Kindern im Job gibt. Jedenfalls bei meinem Arbeitgeber und darüber bin ich sehr froh.

SS2: Auch diese Schwangerschaft ist nicht „aus Versehen“ passiert. Zwar waren wir etwas überrascht, wie schnell das doch geklappt hat, aber insgesamt waren wir natürlich sehr happy, dass es keine Probleme gab. Dieses Glück hat gewiss nicht jeder und sollte man niemals als selbstverständlich hinnehmen. Vom Zeitpunkt her haben wir öfters überlegt, welcher zeitliche Abstand bei Geschwistern am meisten Sinn macht und für uns als Familie. Und es gibt natürlich bei beiden Varianten (größerem und kleinerem Abstand) Vor- und Nachteile. Aber wir dachten uns: Wir sind jetzt gerade im Flow (von nicht schlafen und Windeln wechseln ;)) und für Lino ist es bestimmt auch toll ein Geschwisterchen zu haben, was nicht viel jünger ist. Linos ersten Geburtstag haben wir aber schon abgewartet :).

Schwanger auf Hochzeit
Während meiner ersten Schwangerschaft gab es einen Hochzeitsmarathon. Insgesamt 5 Stück. Gar nicht so einfach ein festliches Kleid für so einen dicken Bauch zu finden.

Wie habe ich rausgefunden, dass ich schwanger bin? Und wie war das erste Gefühl?

SS1: Wir waren im Urlaub auf Teneriffa und ich habe zur Sicherheit mal 2 Schwangerschaftstests eingepackt. Natürlich konnte ich es nicht abwarten und habe den ersten Test 2 Tage gemacht bevor mein Körper mir eh signalisiert hätte, dass ich schwanger bin. Und siehe da, da war eine hauchdünne, zarte Linie. Ich war zwar im ersten Moment etwas ungläubig und habe ein nervöses Bauchkribbeln bekommen, aber dann war es doch nicht sooo die Überraschung. Irgendwie habe ich es im tiefsten Inneren vielleicht doch schon gewusst. Trotzdem habe ich gedacht, ok jetzt nochmal 2 Tage abwarten und den 2. Test machen bevor ich mich vom Kopf her voll und ganz darauf einlasse. Gegoogelt habe ich dennoch direkt, was das Zeug hält (das liegt einfach in meiner neugierigen Natur, was meine Hebammenfreundin und Ärztin aber ganz schlimm finden, also kann ich es nicht empfehlen ;)).

SS2: Mein Zyklus war nach Lino eher unregelmäßig. Daher wusste ich nicht genau, wann der richtige Zeitpunkt gewesen wäre um einen Test zu machen. So war der 1. Test dann auch negativ und ich ein bisschen geknickt. Denn meine beste Muttifreundin in Berlin hatte wenige Wochen vorher erfahren, dass sie schwanger ist. Und es wäre so toll gewesen, wenn wir beide wieder zusammen unsere Babys durch den Kiez hätten schieben können.

Aber weil die Hoffnung bekanntermaßen zuletzt stirbt, habe ich eine Woche später noch einen Test gemacht. Dieser hat zuerst auch keine Linie gezeigt. Als ich den Test dann nach 10 Minuten wegschmeißen wollte (ohne zwischenzeitlich nochmal drauf geguckt zu haben), war da doch eine ganz zarte Linie. Ich war so richtig happy und trotzdem kam auch wieder das nervöse Bauchkribbeln. Aber schön :). Am nächsten Tag hab ich dann noch einen Test gemacht um 100% sicher zu sein bevor ich es Ced erzählen wollte.

expectant parents
Ein cheesy Pärchen Foto muss auch mal sein ;).

Wie hat Cedric reagiert?

SS1: Er hat sich gefreut, aber ist relativ normal geblieben. Irgendwie war es ein bisschen so wie: Business as usual. Insgesamt ist er eher entspannt und unaufgeregt – in allen Dingen – und das war bei dieser Neuigkeit nicht anders. Ich glaube aber auch, dass uns beiden in dem Moment nicht wirklich klar war, was das für unser Leben bedeuten würde. Die kleine Lino-Maus :).

SS2: Dieses Mal waren da schon mehr happy Emotionen spürbar. Denn erstens gab es ja eine Woche vorher den negativen Test. Deswegen war diese Neuigkeit dann doch eher überraschend. Und zweitens hatte er ja jetzt auch eine viel bessere Vorstellung davon, wie schön so eine kleine Maus ist.

Wie war die Reaktion von meinem Umfeld?

SS1: Alle, wirklich alle, haben sich total gefreut. Unsere Familie, unsere Freunde und auch alle auf meiner Arbeit. Inklusive meines Chefs, wo ich vorher etwas nervös war, es ihm zu sagen. Die Freude war sogar bei vielen viel größer als ich erwartet hätte. Das war ein sehr schönes Gefühl!

SS2: Auch dieses Mal haben sich (fast) alle gefreut. Aber beim 2. Mal war auch mehr „überrascht sein“ dabei, dass wir so schnell nachgelegt haben. Bei ein paar musste die Neuigkeit glaube ich erstmal sacken. Aber insgesamt war es auch dieses mal sehr positiv. Worüber ich aber schon ein bisschen irritiert war, war die Anzahl der Leute, die gefragt haben, ob das denn auch geplant war. Denn ich finde das spielt für Außenstehende überhaupt keine Rolle. Böse gemeint war das aber glaube ich nie.

pregnancy anouncement
So hat Lino Familie und Freunden von seinem kleinen Bruder erzählt :).

Worauf habe ich während der Schwangerschaft Wert gelegt?

SS1: Bei meiner Ernährung habe ich ein bisschen versucht mehr gesunde Sachen zu essen, aber wirklich nicht besonders viel. Ansonsten war es mir wichtig – und es hat mir vor allem Spaß gemacht und mich interessiert – mich gut vorzubereiten. Also habe ich ganz viel gelesen und meine Hebammenfreundin auch ständig ganz viel gefragt. Und ich war auch in „Full Nesting Mode“. Linos Zimmer war glaube ich schon 3 Monate vor Geburt komplett eingerichtet. Zudem war es mir auch wichtig weiterhin schöne Sachen zu tragen. Es hat mir richtig Spaß gemacht den Bump zu stylen :).

SS2: Dieses Mal waren mir ganz andere Sachen wichtig. Ein neu eingerichtetes Zimmer gab es diesmal nicht, denn Lino hat ja bis heute noch keine ganze Nacht in seinem Zimmer verbracht, also habe ich für Babyboy Nr. 2 gar nicht erst damit angefangen. Stattdessen haben wir unser Bett erweitert, damit wir alle genug Platz haben werden. Also auch Nesting, nur anders. Gesund gegessen, habe ich eher weniger als mehr (ja ich weiß nicht optimal). Und auch bei meinen Anziehsachen, war ich eher auf Komfort bedacht, denn schließlich renne ich auch jeden Tag noch einem Kleinkind hinterher.

Gelesen habe ich auch jetzt wieder viel, aber andere Sachen. Eher die ganzen Muttiblogs, die ich über die letzten 2 Jahre entdeckt habe. Dieses Mal, weiß ich aber auch, was nach der Geburt erstmal nicht mehr geht und deswegen habe ich versucht möglichst viel davon noch zu machen: Girlswochenende, Kinobesuche und Schlafen (auch nur bedingt möglich mit einem Kleinkind).

Wie ging es mir rein physisch?

SS1: Im ersten Trimester war mir öfters schlecht und ich habe mich tageweise richtig erschöpft gefühlt. Oft wollte ich einfach nur meinen Kopf auf den Schreibtisch nachmittags legen. Aber ging ja nicht, denn auf der Arbeit wusste ja noch niemand Bescheid. Schlafstörungen hatte ich auch öfters, über alle 3 Trimester hinweg. Ab und zu hatte ich auch mal einen Wadenkrampf nachts. Und speziell im 3. Trimester hatte ich öfter Rückenschmerzen, die aber ganz gut mit Spaziergängen in den Griff zu kriegen waren. Insgesamt ging es mir aber wirklich gut und ich habe mich nicht eingeschränkt gefühlt. Bis zum letzten Tag habe ich eigentlich noch Sachen unternommen. Das einzige was mir richtig zugesetzt hat, war das Sodbrennen. Das hatte ich vorher noch nie und die letzten Monate der Schwangerschaft JEDEN Tag.

SS2: Das 1. Trimester war sehr ähnlich wie beim letzten Mal. Mir war schlecht und ich war erschöpft. Leider musste ich dieses Mal viel mehr für die Arbeit reisen, so dass es insgesamt doch etwas anstrengender war. Schlafstörungen habe ich nur ab und zu. Ich glaube mein Körper weiß, dass er sich das mit Kleinkind nicht leisten kann. Rückenschmerzen sind auch weniger, einfach weil ich automatisch mehr unterwegs bin. Denn eine gewisse kleine Maus muss ja jeden Tag in die Kita gebracht und abgeholt werden. Jetzt gegen Ende, habe ich teilweise mit sehr niedrigem Blutdruck (und somit Schwindel) zu kämpfen, aber da versuche ich drauf zu achten und entsprechend viel zu trinken. Das Sodbrennen ist leider wieder genauso schlimm und kotzt mich richtig an. Aber auch dieses Mal bin ich sehr froh, dass die Schwangerschaft insgesamt komplikationslos gelaufen ist und ich fast gar nicht eingeschränkt war.

Also rein von den körperlichen Symptomen waren meine beiden Schwangerschaften ziemlich ähnlich. Und ich würde auch sagen, dass ich beide genießen konnte (trotz der gelegentlichen Wehwehchen). Beim zweiten Mal ist es aber so, dass ich ganz oft vergessen habe, dass ich schwanger bin. Man hat einfach nicht die Zeit so sehr in sich hinein zu hören. Einerseits ist das toll, denn die Zeit vergeht schnell. Andererseits ist so eine Schwangerschaft auch eine ganz besondere Zeit und es tut mir manchmal leid, dass ich wesentlich weniger Zeit (in meinem Kopf) mit Babyboy Nr. 2 verbracht habe. Aber so ist das wahrscheinlich einfach, wenn man schon ein oder mehrere Kinder hat.

schwing
Eins, zweiiii….woahhhhh 🙂

Und psychisch? Was hat mir Sorgen bereitet?

SS1: Zum Glück ging es mir insgesamt sehr gut. Die ganze Zeit habe ich mich auf das Baby gefreut. Zugegebenermaßen brauchte ich ein paar Tage um mich an den Gedanken zu gewöhnen, dass ich einen Jungen bekommen sollte. Denn in meinem Kopf war ich felsenfest davon überzeugt, dass ich nur ein Mädchen kriegen kann. Ich weiss, sehr rational ;). Große Sorgen habe ich mir aber eigentlich nie gemacht. Nach meinem Ultraschall in der 20. Woche, musste ich noch zur Feindiagnostik, weil Lino so lag, dass man sein Herzchen nicht optimal sehen konnte, aber auch diese Sorgen hielten sich zum Glück noch in Grenzen.

SS2: Dieses Mal bin ich eigentlich noch entspannter was das Wohlbefinden von Babyboy Nr. 2 angeht. Irgendwie habe ich mehr Vertrauen darin, dass es ihm gut geht und es macht mir nichts aus, wenn mal eine Vorsorgeuntersuchung ausfällt. Wesentlich mehr beschäftigt mich eher, wie es Lino gehen wird. Zum einen während der Geburt, weil er da ja von jetzt auf gleich von Freunden betreut werden muss. Denn bisher hatte Lino noch nicht besonders oft andere Babysitter und wenn es mal so war, dann immer mit einer schönen Eingewöhnungsperiode. Und zum anderen, wie er es finden wird, dass da bald noch eine kleine Maus in der Familie sein wird und er nicht mehr der alleinige Mittelpunkt ist. Ich hoffe sehr, dass die Umstellung nicht zu schlimm für ihn wird.

Wie habe ich die Betreuung durch Frauenärztin und Hebamme empfunden?

SS1: Beim ersten Mal habe ich noch nicht so viel in Frage gestellt und viele Sachen, die meine Frauenärztin empfohlen hat, als gegeben hingenommen. Ich habe z.B. 2 Toxoplasmosetests gemacht und die letzten Wochen bin ich wöchentlich zum CTG erschienen. Meine Frauenärztin hat mir regelmäßig die Möglichkeit gegeben Fragen zu stellen, was ich ganz gut fand. Da ich keine Beleghebamme mehr ergattern konnte, war es für mich auch nicht weiterhin schlimm „nur“ eine Vor- und Nachsorgehebamme zu haben und während der Geburt entsprechend die Hebamme, die gerade im Krankenhaus Schicht hatte. Ich fand es auch nicht so schlimm, dass ich nicht so wirklich die Connection zu meiner Hebamme hatte, bis ich dann im Wochenbett war. Da hätte ich eine erfahrenere und einfühlsamere Hebamme wirklich gebrauchen können.

SS2: Die Betreuung durch meine Frauenärztin ist eigentlich genauso (gut) wie beim ersten Mal. Aber ich lege weniger Wert auf die ganzen Untersuchungen, denn ich vertraue diesmal mehr auf mein Bauchgefühl. Bei der Wahl meiner Hebamme war es mir diesmal total wichtig jemanden zu finden, den ich gut finde und idealerweise auch eine Beleghebamme. Ich bin total froh, dass dies geklappt hat und dass meine bisherigen Termine auch super gelaufen sind. Sie hat sich immer sehr viel Zeit genommen und ist z.B. auch viel einfühlsamer mit Lino. Ich habe ein gutes Gefühl und hoffe, dass sich dieses bei Geburt und Wochenbett auch bestätigen wird.

Noch ist die kleine Maus unser einziger Mittelpunkt. Aber bald muss das Rampenlicht geteilt werden. Sharing is caring, though 🙂

Wie war die Vereinbarkeit mit meinem Job?

SS1: Das hat eigentlich sehr gut geklappt. Man muss dazu aber auch sagen, dass ich ja eigentlich die ganze Zeit über relativ fit war, also gab es nie einen großen Konflikt zwischen Schwangerschaft und Workload. An für sich habe ich genauso weiter gearbeitet wie vor der Schwangerschaft, bis zum letzten Tag.

SS2: Das war dieses Mal schon schwieriger. Denn zum einen habe ich „nur“ 30 Stunden pro Woche gearbeitet, hatte wesentlich mehr Dienstreisen und zum anderen hatte ich bzw. habe ich ein Kitakind, was ganz schön oft einen Infekt mit nach Hause schleppt. Daher musste Cedric öfter einspringen und auch die Schwiegermama ist dankenswerter Weise mehrmals nach Berlin gekommen um sich um Lino zu kümmern, wenn ich auf Reisen war. Außerdem habe ich auch relativ oft abends und am Wochenende gearbeitet, was eh schon anstrengend ist, wenn das Kleinkind ab 5 wach ist und man von der Arbeit direkt zur Kita muss. Aber wenn man dann noch schwanger ist, fühlt man sich manchmal so, als ob man keine Minute zum Verschnaufen hat #thestruggleisreal.

Für die Zukunft muss ich mir dafür eine bessere Lösung überlegen. Denn es wird ja nicht einfacher wenn noch ein 2. Rabauke da ist.

6 Tage vor Linos Geburt mit riesigem Bauch im Hippie Dress. Bald bin ich am gleichen Punkt in der 2. Schwangerschaft. #aufregend 🙂

Fazit

Wie schon mehrmals erwähnt bin ich insgesamt sehr froh darüber, dass ich 2 gute Schwangerschaften ohne Komplikationen hatte. Vor allem beim 2. Mal bin ich dankbar, dass es bisher so gut geklappt hat und Lino keine wirklichen Abstriche machen musste, was seine Mama angeht. Ausserdem freue ich mich, dass dieses mal noch mehr Freundinnen Muttis in der Zwischenzeit geworden sind, so dass man diese schöne (und anstrengende) Erfahrung noch mehr gemeinsam erleben kann. Auch beruhigt es mich, dass ich nicht das Gefühl habe, dass diese 2. Schwangerschaft bzw. Kind schlimm für meinen beruflichen Werdegang sein wird. So dass ich mich das nächste Jahr voll und ganz auf unsere kleine Familie konzentrieren kann.

Jetzt wünsche ich mir noch, dass die letzten Tage so weitergehen und dass die Geburt auch komplikationslos verlaufen wird. Und natürlich, dass Lino sein kleines Brüderchen schnell ins Herz schließen kann :).

family couching
Dann bald zu viert :).

 

 

 

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